debhelper(7) die Debhelper-Werkzeugsammlung

ÜBERSICHT

dh_* [-v] [-a] [-i] [--no-act] [-pPaket] [-NPaket] [-Ptemporäres_Verzeichnis]

BESCHREIBUNG

Debhelper wird benutzt, um Ihnen beim Bau eines Debian-Pakets zu helfen. Die Philosophie hinter Debhelper ist, eine kleine, einfach und leicht verständliche Werkzeugsammlung bereitzustellen, die in debian/rules verwandt wird, um verschiedene geläufige Aspekte der Paketerstellung zu automatisieren. Dies bedeutet für Sie als Paketierer weniger Arbeit. Außerdem heißt das zu einem gewissen Grad, dass diese Werkzeuge geändert werden können, wenn sich die Debian-Richtlinie ändert und Pakete, die sie heranziehen, nur neu gebaut werden müssen, um ihr zu entsprechen.

Eine typische debian/rules-Datei, die Debhelper benutzt, wird mehrere Debhelper-Befehle hintereinander aufrufen oder dh(1) verwenden, um diesen Prozess zu automatisieren. Beispiele für Regeldateien, die Debhelper einsetzen, liegen in /usr/share/doc/debhelper/examples/.

Um ein neues Debian-Paket unter Benutzung von Debhelper zu erstellen, können Sie einfach eine Beispielregeldatei kopieren und manuell bearbeiten. Oder Sie können das Paket dh-make ausprobieren, das einen dh_make-Befehl enthält, der den Prozess teilweise automatisiert. Für eine behutsamere Einführung enthält das Paket maint-guide ein Lernprogramm, wie Sie Ihr erstes Paket unter Verwendung von Debhelper erstellen.

DEBHELPER-BEFEHLE

Hier ist die Liste der Debhelper-Befehle, die Sie benutzen können. Zusätzliche Dokumentation finden Sie in deren Handbuchseiten.
dh_auto_build(1)
baut ein Paket automatisch
dh_auto_clean(1)
räumt nach dem Bauen automatisch auf
dh_auto_configure(1)
konfiguriert das Paket automatisch vor dem Bauen.
dh_auto_install(1)
führt »make install« oder Ähnliches aus
dh_auto_test(1)
führt automatisch die Test-Suites eines Programms aus
dh_bugfiles(1)
installiert Dateien zur Anpassung von Fehlerberichten in Bauverzeichnisse von Paketen.
dh_builddeb(1)
baut binäre Debian-Pakete
dh_clean(1)
räumt die Bauverzeichnisse des Pakets auf
dh_compress(1)
komprimiert Dateien und feste symbolische Verweise in Bauverzeichnissen von Paketen
dh_fixperms(1)
korrigiert Zugriffsrechte von Dateien in Bauverzeichnissen
dh_gconf(1)
installiert Standard-GConf-Dateien und registriert Schemen
dh_gencontrol(1)
erzeugt und installiert die Datei »control«
dh_icons(1)
aktualisiert die Zwischenspeicher von Freedesktop-Symbolen
dh_install(1)
installiert Dateien in Bauverzeichnisse von Paketen
dh_installcatalogs(1)
installiert und registriert SGML-Kataloge
dh_installchangelogs(1)
installiert Änderungsprotokolle (»changelogs«) in die Paketbauverzeichnisse
dh_installcron(1)
installiert Cron-Skripte in etc/cron.*
dh_installdeb(1)
installiert Dateien in das Verzeichnis DEBIAN.
dh_installdebconf(1)
installiert Dateien, die von Debconf im Paketbauverzeichnis benutzt werden
dh_installdirs(1)
erstellt Unterverzeichnisse in den Paketbauverzeichnissen
dh_installdocs(1)
installiert Dokumentation in Paketbauverzeichnisse
dh_installemacsen(1)
registriert ein Emacs-Add-on-Paket
dh_installexamples(1)
installiert Beispieldateien in die Paketbauverzeichnisse.
dh_installifupdown(1)
installiert »if-up«- und »if-down«-Hooks.
dh_installinfo(1)
installiert Info-Dateien
dh_installinit(1)
installiert Dienstinitialisierungsdateien in Paketbauverzeichnisse
dh_installlogcheck(1)
installiert Regeldateien zur Protokollprüfung in etc/logcheck/
dh_installlogrotate(1)
installiert Konfigurationsdateien von Logrotate
dh_installman(1)
installiert Handbuchseiten in Paketbauverzeichnisse
dh_installmenu(1)
installiert Debian-Menü-Dateien in Paketbauverzeichnisse
dh_installmime(1)
installiert MIME-Dateien in Paketbauverzeichnisse
dh_installmodules(1)
registriert Kernel-Module
dh_installpam(1)
installiert PAM unterstützende Dateien
dh_installppp(1)
installiert PPP-ip-up- und -ip-down-Dateien
dh_installudev(1)
installiert udev-Regeldateien
dh_installwm(1)
registriert einen Fenster-Manager
dh_installxfonts(1)
registriert X-Schriften
dh_link(1)
erzeugt symbolische Links in Paketbauverzeichnisse
dh_lintian(1)
installiert außer Kraft setzende Dateien für Lintian in Paketbauverzeichnisse
dh_listpackages(1)
listet Binärpakete auf, auf die Dephelper einwirken wird
dh_makeshlibs(1)
erstellt automatisch die Shlibs-Datei und ruft dpkg-gensymbols auf
dh_md5sums(1)
erzeugt die Datei DEBIAN/md5sums
dh_movefiles(1)
verschiebt Dateien aus debian/tmp in Unterpakete
dh_perl(1)
berechnet Perl-Abhängigkeiten und räumt nach MakeMaker auf
dh_prep(1)
führt Säuberungsaktionen als Vorbereitung des Baus von Binärpaketen durch
dh_shlibdeps(1)
berechnet Abhängigkeiten gemeinsam benutzter Bibliotheken
dh_strip(1)
entfernt Symbole aus Programmen, gemeinsam benutzten Bibliotheken und einigen statischen Bibliotheken
dh_testdir(1)
Verzeichnis vor dem Bauen des Debian-Pakets testen
dh_testroot(1)
stellt sicher, dass ein Paket als Root gebaut wird.
dh_usrlocal(1)
migriert usr/local-Verzeichnisse zu Betreuerskripten

Missbilligte Befehle

Ein paar Debhelper-Befehle sind veraltet und sollten nicht benutzt werden.
dh_installmanpages(1)
Handbuchseiteninstallationsprogramm im alten Stil (veraltet)

Weitere Befehle

Falls ein Programmname mit dh_ beginnt und das Programm nicht auf obiger Liste steht, dann ist es nicht Teil des Debhelper-Pakets, sollte aber trotzdem wie die anderen auf dieser Seite beschriebenen Programme funktionieren.

DEBHELPER-KONFIGURATIONSDATEIEN

Viele Debhelper-Befehle machen von den Dateien in debian/ Gebrauch, um zu steuern, was sie tun. Neben den üblichen debian/changelog und debian/control, die in allen Paketen enthalten sind, nicht nur in denen, die Debhelper benutzen, können einige zusätzliche Dateien verwandt werden, um das Verhalten bestimmter Debhelper-Befehle zu konfigurieren. Diese Dateien heißen üblicherweise debian/Paket.foo (wobei Paket natürlich durch das Paket ersetzt wird, auf das es sich auswirkt).

dh_installdocs benutzt beispielsweise Dateien mit dem Namen debian/package.docs, um die Dokumentationsdateien aufzulisten, die es installieren wird. Lesen Sie die Handbuchseiten der einzelnen Befehle, um Einzelheiten über die Namen und Formate der Dateien zu erhalten, die sie verwenden. Im Allgemeinen werden diese Dateien Dateien auflisten, auf die sie einwirken, eine Datei pro Zeile. Einige Programme in Debhelper bedienen sich Paaren von Dateien und Zielen oder etwas kompiziertere Formate.

Beachten Sie, dass Debhelper für das erste (oder einzige) in debian/control aufgelistete Binärpaket debian/foo benutzen wird, wenn es dort keine debian/package.foo-Datei gibt.

In einigen seltenen Fällen möchten Sie möglicherweise unterschiedliche Versionen dieser Dateien für unterschiedliche Architekturen oder Betriebssysteme haben. Falls Dateien mit den Namen debian/Paket.foo.ARCHITEKTUR oder debian/Paket.foo.BETRIEBSSYSTEM existieren, wobei ARCHITEKTUR und BETRIEBSSYSTEM der Ausgabe von »dpkg-architecture -qDEB_HOST_ARCH_OS« entsprechen, dann werden sie gegenüber anderen, allgemeineren Dateien, bevorzugt.

Meist werden diese Konfigurationsdateien benutzt, um verschiedene Typen von Dateien anzugeben – zu installierende Dokumentations- oder Beispieldateien, Dateien zum Verschieben und so weiter. Wenn es in Fällen wie diesem zweckmäßig ist, können Sie die Standardplatzhalterzeichen der Shell in den Dateien verwenden (?, * und [..]-Zeichenklassen). Sie können außerdem Kommentare in diese Dateien einfügen; Zeilen, die mit # beginnen, werden ignoriert.

Die Syntax dieser Dateien ist absichtlich sehr einfach gehalten, damit sie leicht zu lesen, zu verstehen und zu ändern sind. Falls Sie Leistung und Komplexität vorziehen, können Sie die Datei ausführbar machen und ein Programm schreiben, das das ausgibt, was auch immer für eine gegebene Situation geeignet ist. Wenn Sie dies tun, wird die Ausgabe nicht weiter verarbeitet, um Platzhalter zu expandieren oder Kommentare zu entfernen.

GEMEINSAM BENUTZTE DEBHELPER-OPTIONEN

Die folgenden Befehlszeilenoptionen werden von allen Debhelper-Programmen unterstützt.
-v, --verbose
Detailreicher Modus: zeigt alle Befehle, die das Paketbauverzeichnis ändern
--no-act
tut nicht wirklich etwas. Falls es mit -v benutzt wird, wird als Ergebnis ausgegeben, was der Befehl getan hätte.
-a, --arch
Act on architecture dependent packages that should be built for the DEB_HOST_ARCH architecture.
-i, --indep
wirkt sich auf alle architekturunabhängigen Pakete aus.
-pPaket, --package=Paket
wirkt sich auf das Paket mit Namen Paket aus. Diese Option kann mehrfach angegeben werden, damit Debhelper mit einer Zusammenstellung von Paketen arbeitet.
-s, --same-arch
Deprecated alias of -a.
-NPaket, --no-package=Paket
verhindert Auswirkungen auf das angegebene Paket, sogar wenn die Optionen -a, -i oder -p das Paket als zu verarbeiten auflisten.
--remaining-packages
wirkt sich nicht auf die Pakete aus, auf die sich dieser Debhelper-Befehl bereits ausgewirkt hat (d.h. falls der Befehl im Debhelper-Protokoll des Pakets auftaucht). Falls Sie zum Beispiel den Befehl mit speziellen Optionen für nur ein paar Binärakete aufrufen müssen, geben Sie diese Option beim letzten Aufruf des Befehls an, um die restlichen Pakete mit Standardeinstellungen zu verarbeiten.
--ignore=Datei
ignoriert die angegebene Datei. Dies ist sinnvoll, falls debian/ eine Debhelper-Konfigurationsdatei enthält, auf die ein Debhelper-Befehl nicht einwirken soll. Beachten Sie, dass debian/compat, debian/control und debian/changelog nicht ignoriert werden können, andererseits sollte es nie einen Grund geben, diese Dateien zu ignorieren.

Falls die Originalautoren zum Beispiel ein debian/init liefern, von dem Sie nicht wünschen, dass dh_installinit es installiert, benutzen Sie --ignore=debian/init

-Ptemporäres_Verzeichnis, --tmpdir=temporäres_Verzeichnis
benutzt temporäres_Verzeichnis als Bauverzeichnis des Pakets. Voreinstellung ist debian/Paket.
--mainpackage=Paket
Diese selten benutzte Option ändert, welches Paket Debhelper als »Hauptpaket« ansieht, sprich das erste in debian/control aufgeführte und das, für das debian/foo-Dateien, statt der üblichen debian/Paket.foo-Dateien, verwandt werden können.
-O=Option|Bündel
Dies wird von dh(1) verwandt, wenn benutzerdefinierte Optionen an alle von ihm ausgeführten Befehle weitergereicht werden. Falls der Befehl die angegebene Option oder das Bündel von Optionen unterstützt, kommt er zum Tragen. Falls der Befehl (oder irgend ein Teil eines Optionenbündels) den Befehl nicht unterstützt, wird er ignoriert.

HÄUFIGE DEBHELPER-OPTIONEN

Die folgende Befehlszeile wird von einigen Debhelper-Programmen unterstützt. Eine vollständige Erklärung, was jede Option tut, finden Sie in den Handbuchseiten jedes einzelnen Programms.
-n
verändert keine postinst-, postrm- etc. Skripte
-XElement, --exclude=Element
schließt ein Element von der Verarbeitung aus. Diese Option kann mehrfach benutzt werden, um mehr als nur eins auszuschließen. Das \fElement\fR ist üblicherweise Teil eines Dateinamens und jede Datei, die den angegebenen Text enthält, wird ausgeschlossen.
-A, --all
bewirkt, dass Dateien oder andere Elemente, die auf der Befehlszeile angegeben wurden, sich in ALLEN entsprechenden Paketen auswirken, nicht nur im ersten.

BAUSYSTEMOPTIONEN

Die folgenden Befehlszeilenoptionen werden von allen dh_auto_*-Debhelper-Ptogrammen unterstützt. Diese Programme unterstützen eine Vielzahl von Bausystemen und bestimmen normalerweise heuristisch, welches benutzt werden soll und wie es verwendet wird. Sie können diese Befehlszeilenoptionen nutzen, um das Standardverhalten zu ändern. Typischerweise werden sie an dh(1) übergeben, das sie dann an all die dh_auto_*-Programme übergibt.
-SBausystem, --buildsystem=Bausystem
erzwingt die Benutzung des angegebenen Bausystems, anstatt zu versuchen, automatisch eins auszuwählen, das für das Paket geeignet sein könnte.
-DVerzeichnis, --sourcedirectory=Verzeichnis
geht davon aus, dass der Quellverzeichnisbaum des Originalpakets im angegebenen Verzeichnis, anstatt auf der obersten Verzeichnisebene des Debian-Quellpaketverzeichnisbaums, liegt.
-B[Verzeichnis], --builddirectory=[Verzeichnis]
aktiviert das Bauen aus dem Quelltext und benutzt das angegebene Verzeichnis] als Bauverzeichnis. Falls der Parameter Verzeichnis] weggelassen wurde, wird ein Vorgabebauverzeichnis ausgewählt.

Falls diese Option nicht angegeben ist, wird standardmäßig in der Quelle gebaut, falls das Bausystem nicht das Bauen außerhalb des Quellverzeichnisbaums erfordert oder bevorzugt. In einem solchen Fall wird ein Standardbauverzeichnis benutzt, selbst wenn --builddirectory angegeben wurde.

Falls das Bausystem das Bauen außerhalb des Quellverzeichnisbaums bevorzugt, aber das Bauen innerhalb der Quelle immer noch erlaubt, kann Letzteres wieder aktiviert werden, indem ein Bauverzeichnispfad übergeben wird, der dem Quellverzeichnispfad entspricht.

--parallel, --no-parallel
prüft, ob parallel gebaut werden soll, falls das zugrundeliegende Bausystem dies unterstützt. Die Anzahl paralleler Aufgaben wird zur Bauzeit durch die Umgebungsvariable DEB_BUILD_OPTIONS (``Debian-Richtlinie, Abschnitt 4.9.1'') gesteuert, Sie könnte außerdem Gegenstand einer bausystemspezifischen Begrenzung sein.

Falls keine der Optionen angegeben wurde, ist die Voreinstellung von Debhelper derzeit --parallel in Kompatibilitätsversion 10 (oder neuer) und andernfalls --no-parallel.

Als Optimierung wird Dh versuchen, die Übergabe dieser Optionen an Unterprozesse zu vermeiden, falls sie unnötig sind und als einzige Optionen übergeben werden. Dies geschieht insbesondere dann, wenn DEB_BUILD_OPTIONS keinen parallel-Parameter hat (oder dessen Wert 1 ist).

--max-parallel=Maximum
Diese Option impliziert --parallel und erlaubt die weitere Begrenzung der Anzahl von Aufgaben, die bei einem parallelen Bauen benutzt werden können. Falls bekannt ist, dass das Bauen des Pakets nur mit einer bestimmten Stufe der Gleichzeitigkeit funktioniert, können Sie diese auf die maximale Stufe setzen, von der bekannt ist, dass sie funktioniert oder auf die, von der Sie wünschen, dass sie unterstützt wird.

Bemerkenswerterweise ist das Setzen des Maximums auf 1 tatsächlich dasselbe wie die Verwendung von --no-parallel.

--list, -l
listet alle Bausysteme auf, die auf diesem System von Debhelper unterstützt werden. Diese Liste enthält sowohl Standardbausysteme als auch Bausysteme Dritter (als solche gekennzeichnet). Außerdem zeigt es, welches Bausystem automatisch ausgewählt würde oder welches durch die Option --buildsystem manuell angegeben wird.

KOMPATIBILITÄTSSTUFEN

From time to time, major non-backwards-compatible changes need to be made to debhelper, to keep it clean and well-designed as needs change and its author gains more experience. To prevent such major changes from breaking existing packages, the concept of debhelper compatibility levels was introduced. You must tell debhelper which compatibility level it should use, and it modifies its behavior in various ways. The compatibility level is specified in the debian/compat file and the file must be present.

Tell debhelper what compatibility level to use by writing a number to debian/compat. For example, to use v9 mode:

  % echo 9 > debian/compat

Ihr Paket wird außerdem eine Bauabhängigkeit mit Versionspflege auf eine Debhelper-Version benötigen, die gleich (oder größer) als die ist, die von der Kompatibilitätsstufe Ihres Pakets verwandt wird. Daher müssen Sie für Kompatibilitätsstufe 9 sicherstellen, dass debian/control Folgendes hat:

  Build-Depends: debhelper (>= 9)

Wenn nicht anders angegeben, geht sämtliche Debhelper-Dokumentation davon aus, dass Sie die aktuellste Kompatibilitätsstufe nutzen und in den meisten Fällen wird nicht angezeigt, wenn sich dieses Verhalten von einer früheren Kompatibilitätsstufe unterscheidet. Wenn Sie also nicht die aktuellste Kompatibilitätsstufe benutzen, ist es eine gute Idee, folgende Hinweise zu den Unterschieden gegenüber früheren Kompatibilitätsstufen zu lesen.

Folgende Kompatibilitätsstufen sind verfügbar:

v5
Dies ist die unterste unterstützte Kompatibilitätsstufe.
v6
Änderungen gegenüber v5 sind:
-
Befehle, die Fragmente von Betreuerskripten erzeugen, werden die Fragmente für die prerm- und postrm-Skripte in umgekehrter Reiherfolge anordnen.
-
dh_installwm wird einen untergeordneten Handbuchseitenverweis für x-window-manager.1.gz installieren. falls es die Handbuchseite in usr/share/man/man1 im Bauverzeichnis des Pakets entdeckt.
-
dh_builddeb löschte vorher nichts, was auf DH_ALWAYS_EXCLUDE passte, aber es wurde auf eine Liste von Dingen gesetzt, die ausgeschlossen werden sollen, wie CVS:.svn:.git. Nun tut es dies.
-
dh_installman erlaubt das Überschreiben existierender Handbuchseiten im Bauverzeichnis des Pakets. In vorhergehenden Kompatibilitätsstufen lehnte es lautlos ab, dies zu tun.
v7
Änderungen gegenüber v6 sind:
-
dh_install wird darauf zurückgreifen, in debian/tmp nach Dateien zu suchen, falls es sie nicht im aktuellen Verzeichnis findet (oder wo auch immer Sie es unter Benutzung von --sourcedir vorgeben). Dies ermöglicht dh_install mit dh_auto_install zusammenzuarbeiten, das nach debian/tmp installiert, ohne irgendwelche besonderen Parameter zu benötigen.
-
dh_clean wird debian/clean lesen und die dort aufgeführten Dateien löschen.
-
<dh_clean> wird die *-stamp-Dateien der obersten Ebene löschen.
-
dh_installchangelogs wird abschätzen, in welcher Datei das Änderungsprotokoll der Originalautoren liegt, falls keines angegeben wurde.
v8
Änderungen gegenüber v7 sind:
-
Befehle werden fehlschlagen, anstatt zu warnen, wenn ihnen unbekannte Optionen übergeben werden.
-
dh_makeshlibs wird dpkg-gensymbols auf allen gemeinsam benutzten Bibliotheken ausführen, für die es Shlib-Dateien erzeugt. Daher kann -X verwandt werden, um Bibliotheken auszuschließen. Außerdem würden dpkg-gensymbols Bibliotheken an unüblichen Orten übergeben, die es ansonsten nicht verarbeiten würde. Solche Verhaltensänderung kann den Bau einiger Pakete zum Scheitern bringen.
-
dh erfordert, dass die auszuführende Sequenz als erster Parameter angegeben wird und sämtliche Schalter danach kommen. »dh [email protected] --foo« nicht »dh --foo [email protected]«.
-
dh_auto_* bevorzugt Perls Module::Build gegenüber Makefile.PL.
v9
Dies ist der empfohlene Betriebsmodus.

Änderungen gegenüber v8 sind:

-
Multiarch-Unterstützung. Insbesondere gibt dh_auto_configure Multiarch-Verzeichnisse an Autoconf in --libdir and --libexecdir weiter.
-
dh kennt die üblichen Abhängigkeiten zwischen Zielen in debian/rules. Daher wird »dh binary« alle »build«-, »build-arch«-, »build-indep«-, »install«-Ziele etc. ausführen, die in dieser Regeldatei stehen. Es ist nicht nötig, explizit ein binäres Ziel mit expliziten Abhängigkeiten zu den anderen Zielen zu definieren.
-
dh_strip komprimiert Debug-Symboldateien, um die installierte Größe von »-dbg«-Paketen zu verringern.
-
dh_auto_configure enthält nicht den Quellpaketnamen in --libexecdir, wenn Autoconf benutzt wird.
-
Standardmäßig aktiviert dh nicht --with=python-support.
-
Alle dh_auto_*-Debhelper-Programme und dh setzen Umgebungsvariablen, die durch dpkg-buildflags aufgelistet werden, sofern sie nicht bereits gesetzt sind.
-
dh_auto_configure übergibt CFLAGS, CPPFLAGS und LDFLAGS von dpkg-buildflags an Perls Makefile.PL und Build.PL.
-
dh_strip legt getrennte Fehlersuchsymbole an einer Stelle ab, die auf ihrer Baukennzahl basiert.
-
Ausführbare Debhelper-Konfigurationsdateien werden ausgeführt und ihre Ausgabe wird als Konfiguration benutzt.
v10
Diese Kompatibilitätsstufe ist im Beta-Test; Änderungen sind möglich.

Änderungen gegenüber v9 sind:

-
dh_installinit wird nicht mehr eine Datei namens debian/Paket als Init-Skript installieren.
-
dh_installdocs wird mit einem Fehler fehlschlagen, falls es Links entdeckt, die mit --link-doc zwischen Paketen der Architektur »all« und nicht-»all« erzeugt wurden, da es binNMUs beschädigt.
-
dh erstellt das Bauverzeichnis des Pakets nicht mehr, wenn die Ausführung von Debhelper-Befehlen übersprungen wird. Dies hat keine Auswirkungen auf Pakete, die nur mit Debhelper-Befehlen bauen, es könnte aber Fehler in Befehlen offenlegen, die nicht in Debhelper enthalten sind.
-
dh_installdeb installiert keine vom Paketbetreuer bereitgestellte debian/Paket.shlibs-Datei mehr. Dies wird stattdessen von dh_makeshlibs erledigt.
-
dh_installwm weigert sich, ein kaputtes Paket zu erstellen, falls keine Handbuchseite gefunden wird (erforderlich, um die Alternative zum X-Window-Manager zu registrieren).
-
--parallel ist Debhelpers Voreinstellung für alle Bausysteme, die paralleles Bauen unterstützen. Dies kann entweder durch Verwendung von --no-parallel oder durch Übergabe von --max-parallel mit einem Wert von 1 deaktiviert werden.
-
Der Befehl dh wird keinen der veralteten Parameter zur »manuellen Abfolgesteuerung« (--before, --after, etc.) akzeptieren. Bitte verwenden Sie stattdessen Aufhebungsziele.
-
Der Befehl dh wird zur Verfolgung, welche Befehle ausgeführt wurden, nicht länger Protokolldateien benutzen. Der Befehl dh verfolgt weiterhin, ob die »Bau«-Abfolge ausgeführt wurde und überspringt sie in diesem Fall.

Die wichtigsten Auswirkungen davon sind:

-
Hierdurch wird die Fehlersuche bei den Abfolgen install und/oder binary einfacher, da sie nun einfach erneut ausgeführt werden können (ohne, dass ein vollständiger »Aufräum- und Neubau«-Durchgang erforderlich ist).
-
Der Pferdefuss hier liegt darin, dass dh_* nun nur noch nachverfolgt, was in einem einzelnen außer Kraft setzenden Ziel geschieht. Wenn alle Aufrufe eines angegebenen dh_cmd-Befehls im selben außer Kraft setzenden Ziel stattfinden, wird alles wie zuvor funktionieren.

Beispiel, bei dem es schiefgehen kann:

  override_dh_foo:
    dh_foo -pmein-Paket
  override_dh_bar:
    dh_bar
    dh_foo --remaining

In diesem Fall wird der Aufruf von dh_foo --remaining außerdem mein-Paket enthalten, da dh_foo -pmein-Paket in einem separaten außer Kraft setzenden Ziel ausgeführt wird. Dieses Problem ist nicht auf --remaining begrenzt, es umfasst außerdem -a, -i, etc.

-
Der Befehl dh_installdeb maskiert nun die Zeilen in der Konfigurationsdatei maintscript für die Shell. Dies war der ursprüngliche Gedanke, aber es funktionierte nicht, wie es sollte und die Pakete begannen, sich auf die unvollständige Shell-Maskierung zu verlassen (z.B. Dateinamen in Anführungszeichen setzen).
-
Voreinstellung für den Befehl dh_installinit ist nun --restart-after-upgrade. Verwenden Sie bitte für Pakete, die das vorhergehende Verhalten erfordern, --no-restart-after-upgrade.
-
Die autoreconf-Abfolge ist nun standardmäßig aktiviert. Bitte übergeben Sie --without autoreconf an dh, falls dies für ein angegebenes Paket nicht gewünscht wird.
v11
This compatibility level is still open for development; use with caution.

Changes from v10 are:

-
dh_installmenu no longer installs menu files. The menu-method files are still installed.
-
The -s (--same-arch) option is removed.
-
Invoking dh_clean -k now causes an error instead of a deprecation warning.
-
dh_installdocs now installs user-supplied documentation (e.g. debian/package.docs) into /usr/share/doc/mainpackage rather than /usr/share/doc/package by default as recommended by Debian Policy 3.9.7.

If you need the old behaviour, it can be emulated by using the --mainpackage option.

Please remember to check/update your doc-base files.

ANMERKUNGEN

Unterstützung mehrerer Binärpakete

Falls Ihr Quellpaket mehr als ein Binärpaket erzeugt, werden Debhelper-Programme standardmäßig bei der Ausführung auf alle Paketen einwirken. Falls es vorkommt, dass Ihr Quellpaket ein architekturabhängiges Paket und ein anderes architekturunabhängiges Paket erzeugt, ist dies nicht das korrekte Verhalten, da Sie die architekturabhängigen Pakete im debian/rules-Ziel »binary-arch« erzeugen müssen und die unabhängigen Pakete im debian/rules-Ziel »binary-indep«.

Um dies zu erleichtern sowie Ihnen mehr Kontrolle darüber zu geben, auf welche Pakete Debhelper-Programme einwirken, akzeptieren alle Debhelper-Programme die Parameter -a, -i, -p und -s. Diese Parameter sind kumulativ. Falls keiner angegeben wurde, wirken Debhelper-Programme standardmäßig auf alle Paketen ein, die in der Datei »control« aufgeführt sind, mit nachfolgenden Ausnahmen.

First, any package whose Architecture field in debian/control does not match the DEB_HOST_ARCH architecture will be excluded (``Debian Policy, section 5.6.8'').

Außerdem können einige zusätzliche Paket basierend auf dem Inhalt der Umgebungsvariable DEB_BUILD_PROFILES und den Feldern Build-Profiles in den Absätzen für binäre Pakete in debian/control ausgeschlossen werden. Dies geschieht gemäß der Entwurfrichtlinie unter <https://wiki.debian.org/BuildProfileSpec>.

Automatisches Erzeugen von Debian-Installationsskripten

Einige Debhelper-Befehle werden automatisch Teile der Debian-Betreuerskripte erzeugen. Falls Sie diese automatisch erzeugten Dinge in Ihre existierenden Debian-Betreuerskripte einfügen möchten, dann müssen Sie Ihren Skripten #DEBHELPER# an der Stelle hinzufügen, an die der Kode hinzugefügt werden soll. #DEBHELPER# wird bei der Ausführung durch irgendeinen automatisch erzeugten Kode ersetzt.

Falls ein Skript überhaupt noch nicht existiert und Debhelper etwas darin hinzufügen muss, dann wird Debhelper das komplette Skript erstellen.

Alle Debhelper-Befehle, die auf diese Art automatisch Kode erzeugen, lassen dies durch den Parameter -n deaktiviert (siehe oben).

Beachten Sie, dass der eingefügte Kode Shell-Kode sein wird. Sie können ihn daher nicht direkt in einem Perl-Skript verwenden. Falls Sie ihn in ein Perl-Skript einbetten wollen, wird hier eine Möglichkeit beschrieben, dies zu tun (beachten Sie, dass über den Befehl »set« sichergestellt wird, dass $1, $2, etc. gesetzt sind):

  my $temp="set -e\nset -- @ARGV\n" . << 'EOF';
  #DEBHELPER#
  EOF
  if (system($temp)) {
     my $exit_code = ($? >> 8) & 0xff;
     my $signal = $? & 0x7f;
     if ($exit_code) {
         die("Das Debhelper-Skript scheiterte mit folgendem Fehlercode: ${exit_code}");
     } else {
         die("Das Debhelper-Skript wurde per Signal abgebrochen: ${signal}");
     }
  }

Automatisches Erzeugen verschiedener Abhängigkeiten

Einige Debhelper-Befehle könnten dazu führen, dass das erzeugte Paket von einigen anderen Paketen abhängt. Falls Sie beispielsweise dh_installdebconf(1) benutzen, wird Ihr Paket von Debconf abhängen müssen. Oder, falls Sie dh_installxfonts(1) verwenden, wird ihr Paket generell von einer bestimmten Version der Xutils abhängen. Den Überblick über diese verschiedenen Abhängigkeiten zu behalten kann lästig sein, da sie davon abhängen, wie Debhelper Dinge tut, weswegen Debhelper eine Möglichkeit bietet, sie zu automatisieren.

Für jeden Befehl werden die benötigten Abhängigkeiten in den Handbuchseiten dokumentiert. Daneben wird automatisch eine »substvar« erzeugt, die ${misc:Depends} genannt wird. Falls Sie eine Markierung in Ihre debian/control-Datei schreiben, wird es sie zu den Abhängigkeiten expandieren, von denen Debhelper findet, dass Sie sie benötigen.

Dies ist gänzlich unabhängig von dem vorgegebenen ${shlibs:Depends}, das durch dh_makeshlibs(1) erzeugt wurde und den durch dh_perl(1) erzeugten ${perl:Depends}. Sie können auswählen, keines davon zu benutzen, falls die Einschätzung von Debhelper nicht der Wirklichkeit entspricht.

Paketbauverzeichnisse

Standardmäßig gehen alle Debhelper-Programme davon aus, dass das temporäre Verzeichnis, das zum Zusammenbau des Dateibaums in einem Paket benutzt wird, debian/Paket ist.

Manchmal wollen Sie möglicherweise ein anderes temporäres Vezeichnis benutzen. Dies wird durch den Schalters -P unterstützt. »dh_installdocs -Pdebian/tmp« wird zum Beispiel debian/tmp als temporäres Verzeichnis nutzen. Beachten Sie, falls Sie -P verwenden, dass die Debhelper-Programme nur auf ein einzelnes Paket auf einmal einwirken kann. Falls Sie also ein Paket haben, das mehrere Binärpakete baut, müssen Sie außerdem den Schalter -p einsetzen, um anzugeben, auf welches Binärpaket sich das Debhelper-Programm auswirkt.

Udebs

Debhelper beinhaltet Unterstützung für Udebs. Um ein Udeb mit Debhelper zu erstellen, fügen Sie dem Absatz des Pakets in debian/control »Package-Type: udeb« hinzu. Debhelper wird versuchen, Udebs zu erstellen, die der Debian-Installer-Richtlinie entsprechen, indem die erzeugten Paketdateien mit .udeb enden, indem keine Dokumentation in ein Udeb installiert wird und indem preinst-, postrm-, prerm- und config-Skripte etc. übersprungen werden.

UMGEBUNGSVARIABLEN

Die folgenden Umgebungsvariablen können das Verhalten von Debhelper beeinflussen. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass dies tatsächlich Umgebungsvariablen (nicht nur einfache Makefile-Variablen) sein müssen, damit dies korrekt funktioniert. Um sie ordnungsgemäß in debian/rules anzugeben, müssen sie sicherstellen, dass sie »export«iert werden, zum Beispiel »export DH_VERBOSE«.
DH_VERBOSE
auf 1 gesetzt, um den Modus mit detailreicher Ausgabe zu aktivieren. Debhelper wird jeden von ihm ausgeführten Befehl ausgeben. Außerdem wird die detailreiche Ausgabe von Bauprotokollen für einige Bausysteme wie Autoconf aktiviert.
DH_QUIET
auf 1 gesetzt, um den detailarmen Modus zu aktivieren. Debhelper wird weder Befehle ausgeben, die das Bausystem der Ursprungsautoren aufrufen, noch wird Dh ausgeben, welche Unterbefehle aufgerufen werden. Abhängig vom benutzten Bausystem wird auch dieses weniger Details ausgeben. Dadurch wird es einfacher, wichtige Nachrichten zu erkennen, die Ausgabe wird jedoch als Buildd-Protokoll ziemlich nutzlos. Falls DH_VERBOSE ebenfalls gesetzt ist, wird diese Einstellung ignoriert.
DH_COMPAT
gibt vorübergehend an, auf welcher Kompatibilitätsstufe Debhelper ausgeführt werden sollte und setzt dabei jeden Wert in debian/compat außer Kraft.
DH_NO_ACT
auf 1 gesetzt, um Modus ohne Aktion zu aktivieren.
DH_OPTIONS
Alles in dieser Variable wird den Befehlszeilenargumenten aller Debhelper-Befehle vorangestellt.

Wenn dh(1) benutzt wird, können ihm Optionen übergeben werden, die es an jeden Debhelper-Befehl weitergibt, was im Allgemeinen besser ist, als DH_OPTIONS zu verwenden.

DH_ALWAYS_EXCLUDE
Falls gesetzt, fügt dies den Wert, auf den die Variable gesetzt ist, den -X-Optionen aller Befehle hinzu, die die Option -X unterstützen. Außerdem wird dh_builddeb für alles, das dem Wert in Ihrem Paketbaubaum entspricht, rm -rf ausführen.

Dies kann nützlich sein, falls Sie aus einem CVS-Quellverzeichnisbaum bauen. In diesem Fall verhindert das Setzen von DH_ALWAYS_EXCLUDE=CVS, dass irgendwelche CVS-Verzeichnisse sich in das Paket einschleichen, das Sie bauen. Oder, falls ein Paket einen Quell-Tarball hat, der (unklugerweise) CVS-Verzeichnisse enthält, möchten Sie möglicherweise DH_ALWAYS_EXCLUDE=CVS in debian/rules exportieren, damit es wirksam ist, wo auch immer Ihr Paket gebaut wird.

Mehrere Dinge, die ausgeschlossen werden sollen, können mit Doppelpunkten getrennt werden, wie in DH_ALWAYS_EXCLUDE=CVS:.svn.

ÜBERSETZUNG

Diese Übersetzung wurde mit dem Werkzeug po4a <http://po4a.alioth.debian.org/> durch Chris Leick [email protected] und das deutsche Debian-Übersetzer-Team im Dezember 2011 erstellt.

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AUTOR

Joey Hess <[email protected]>